Dorferneuerung und Bodenschutz im Burgenland

Die Dorfentwicklung im Burgenland verfolgt das Ziel, Gemeinden langfristig als lebenswerte, nachhaltige und zukunftsfähige Lebensräume zu erhalten. Im Gegensatz zur früheren Dorferneuerung, die vor allem bauliche Maßnahmen umfasste, verfolgt die heutige Strategie einen ganzheitlichen Ansatz. Ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte werden miteinander verknüpft, um die Lebensqualität in den Gemeinden zu sichern und sie an zukünftige Herausforderungen wie den Klimawandel oder den demografischen Wandel anzupassen. Grundlage dafür bildet die Dorfentwicklungsstrategie Gemeinsam gestalten“, die auf die Zusammenarbeit von Gemeinden, Bevölkerung und verschiedenen Fachorganisationen setzt.

Ein zentrales Prinzip der Dorfentwicklung ist die Entwicklung „von innen nach außen“. Bestehende Gebäude und Ortskerne sollen vorrangig genutzt und revitalisiert werden, bevor neue Flächen verbaut werden. Dadurch werden Leerstände reduziert, Ortszentren gestärkt und gleichzeitig wertvolle Böden sowie landwirtschaftliche Flächen geschützt. Dieses Vorgehen trägt dazu bei, die Zersiedelung einzudämmen und die vorhandene Infrastruktur effizient zu nutzen.

Der Bodenschutz nimmt innerhalb der Dorfentwicklung eine wichtige Rolle ein, da Boden eine begrenzte und wertvolle Ressource ist. Durch die Reduzierung der Bodenversiegelung, die Entsiegelung befestigter Flächen und die Schaffung von Grünräumen sollen natürliche Bodenfunktionen erhalten bleiben. Gleichzeitig leisten diese Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung, da sie das Mikroklima verbessern, Regenwasser versickern lassen und die Biodiversität fördern.

Neben ökologischen Zielen legt die Dorfentwicklung großen Wert auf die Erhaltung der regionalen Baukultur und die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Historische Gebäude und ortsbildprägende Strukturen sollen erhalten und sinnvoll weitergenutzt werden. Durch Bürgerbeteiligung können Projekte gemeinsam entwickelt werden, sodass sie den Bedürfnissen der Menschen vor Ort entsprechen und langfristig erfolgreich umgesetzt werden können.

Das Land Burgenland unterstützt Gemeinden durch Förderprogramme, Beratungsangebote und verschiedene Initiativen bei der Umsetzung ihrer Projekte. Wettbewerbe wie „Baba, Beton!“ oder Fachveranstaltungen wie das Bodensymposium fördern innovative Ideen für eine klimafitte und nachhaltige Ortsentwicklung und schaffen Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit Boden.

Insgesamt verfolgt die Dorfentwicklung im Burgenland das Ziel, lebenswerte Dörfer für heutige und zukünftige Generationen zu schaffen. Der Schutz des Bodens, die Stärkung der Ortskerne, nachhaltiges Bauen sowie die Einbindung der Bevölkerung bilden dabei die wesentlichen Grundlagen einer zukunftsorientierten Gemeindeentwicklung.