Qualitätsmarke „Burgenland“ soll international reüssieren
Die Landeshauptleute, Präsidenten und Bürgermeister der Centrope Partnerregionen und –städte haben sich heute, Donnerstag, beim Centrope Day in Pamhagen zu einer Weiterführung ihrer umfassenden Zusammenarbeit in der Vierländerregion Österreich, Ungarn, Slowakei und Tschechien bekannt. Das gemeinsame Ziel ist klar: Auf Basis der bisherigen Kooperation wird ein breiter Kooperations- und Wachstumsprozess eingeleitet. „Centrope wurde im Jahr 2003 in Kittsee ins Leben gerufen, und wir konnten viele Projekte umsetzen - zum Beispiel im Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, im Bereich der Sprachen, bei der Schaffung grenzüberschreitenden Naturparks oder bei der grenzübergreifenden Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Es gibt die einhellige Meinung, dass Centrope weiter fortgesetzt werden muss. Dass ist wichtig für das Burgenland. Wir müssen bei Forschung, Entwicklung und Innovation besser werden, da gibt es noch Defizite. Und wir müssen internationaler werden. Es geht aber nicht nur um grenzüberschreitende Zusammenarbeit, sondern auch darum, dass das Burgenland in der nächsten EU-Förderperiode Übergangsregion wird. Dafür kämpfen wir seit eineinhalb Jahren. Wir bemühen uns, dass es dieses neue Förderkategorie geben wird“, so Gastgeber Landeshauptmann Hans Niessl in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem EU-Spitzenbeamten Wolfgang Streitenberger beim Centrope-Gipfel in der Vila Vita. Streitenberger ist Conseiller des Generaldirektors der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung.
Als Übergangsregion sollen jenen Regionen eingestuft werden, deren Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 75% und 90% des durchschnittlichen EU-BIPs liegt. „Wir unterstützen dieses Vorhaben, weil es Sinn macht. Anders gesagt: Es macht keinen Sinn, Regionen mit einer drastischen Fördermittelreduktion zu konfrontieren. Sonst droht ein zu großer Fördernachteil zu den Nachbarregionen. Unternehmen schauen, wer die bessere Förderkulisse bieten kann, das ist keine Frage“, sagt Streitenberger. Außerdem wisse man, dass Förderungen im Bereich der europäischen territorialen Zusammenarbeit tatsächlich in den Regionen ankämen. Streitenberger: „Fördermittel im Bereich der territorialen Zusammenarbeit werden zu 99% ausgeschöpft. Bei ,normalen‘ Fördermitteln liegt der Ausschöpfungsgrad bei 75%. Deshalb haben wir auch vorgeschlagen, die Fördermittel für territoriale Zusammenarbeit von 9 auf 12 Milliarden Euro aufzustocken. In diesen Bereich fällt auch Centrope.“
Die Entscheidung darüber, ob es es tatsächlich eine Förderkategorie „Übergangsregionen“ geben wird fällt im ersten Halbjahr 2013. „Einige EU-Staaten wollen den Sparstift ansetzten und ihre Beiträge die sie an die EU bezahlen senken. Österreich sollte die Position des Burgenlandes übernehmen. Bei Übergangsregionen zu sparen, ist kein Vorteil“, so Streitenberger.
Niessl betont in diesem Zusammenhang, „dass das Burgenland die EU-Fördermittel immer zur Gänze ausgeschöpft und gegenfinanziert hat. Es geht jetzt um die Jahre bis 2020. Wir werden künftigen Förderungen so wie bisher sinnvoll und nachhaltig einsetzen, damit Arbeitsplätze geschaffen werden und unsere Jugend noch mehr Perspektiven haben.“ Auch beim Export müsse das Burgenland zulegen, so der Landeshauptmann: „Da ist in den letzten Jahren viel passiert, aber es bleibt noch viel zu tun. Wir müssen eine Qualitätsmarke ,Burgenland‘ entwickeln. Das Burgenland braucht mehr Internationalisierung.“
Für Streitenberger ist das Burgenland bereits „eine Erfolgsstory“. „Es gibt Regionen in der EU, wo das mit den Förderungen bei weitem nicht so gut funktioniert. Und: Unser politisches Ziel ist es ja, Regionen zu entwickeln, damit sie irgendwann keine Förderungen mehr brauchen. Das Burgenland ist ein Musterbeispiel dafür. Übrigens: das Branding der Marke ,Burgenland‘ ist schon gelungen. Das Burgenland kennt jeder in Brüssel. Im positiven Sinn.“
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Sziderics Wolfgang
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