FH Burgenland startet neu durch
Benennung als „Fachhochschule“ beschlossen
Dass die FH Burgenland mit ihren zwei Studienzentren in Eisenstadt und Pinkafeld eine pannonische Erfolgsstory erzählt, ist unumstritten. Nun könne sie sich auch „Fachhochschule“ nennen, teilt Kultur- und Wissenschaftslandesrat Helmut Bieler (SPÖ) mit. Mit der Einrichtung eines Fachhochschul-Kollegiums Anfang des Wintersemesters seien nun nämlich alle Voraussetzungen für die Anerkennung gegeben: „Die neue Bezeichnung ist jedoch mehr als ein Name – ich sehe sie vor allem als Qualitätssiegel, sie bringt zudem Imagepunkte und zusätzliche Motivation.“
Das Land unterstütze auch die Forschungsaktivitäten in und mit der FH Burgenland mit großem Engagement, unterstreicht Bieler: „Innovation ist der Humus für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und für neue Arbeitsplätze.“ Erst vor wenigen Tagen seien deshalb weitere sechs Forschungsprojekte mit einem Volumen von 629.000 Euro an die Fachhochschule Burgenland freigemacht worden.
Neuer Master fix
Die Weichen für die Einführung des neuen Masterstudiengangs „Information, Medien und Kommunikation“ am Campus Eisenstadt sind gestellt. Der neue Masterstudiengang kann berufsbegleitend absolviert werden. „Ich freue mich über die dynamische Entwicklung des Studienangebots. Der neue Studiengang ist eine logische Weiterentwicklung des Kompetenzbereichs Informationstechnologie und Informationsmanagement, bearbeitet ein echtes Zukunftsfeld und bringt den Studierenden daher eine neue, attraktive Perspektive“, sagt Bieler.
Schon deswegen sehe er der Zukunft der Hochschule mit großer Zuversicht entgegen, be-tont der Landesrat. „Was vor zwanzig Jahren klein und fast unscheinbar begonnen hat, ist heute mit seiner breiten Bildungspalette und seiner hohen Qualität eine Triebfeder für den wirtschaftlichen Erfolg von morgen.“ Mit ihren Top-Absolventen, Mitarbeitern und Lektoren ge-stalte die Fachhochschule den Wirtschaftsstandort Ostregion maßgeblich mit. Er sei sicher, dass die beiden neuen Geschäftsführer, Georg Pehm und Josef Wiesler, mit ihrer Erfahrung, ihrem Unternehmungsgeist und hohem persönlichen Einsatz die „Drehzahl dieses Bildungsmotors“ weiter erhöhen werden.
Änderung auf Eigentümerseite
Neben Landesrat Bieler als Regierungsmitglied, das für den Wissenschaftsbereich verant-wortlich ist, und Landeshauptmann Hans Niessl wird zukünftig Landesrat Andreas
Liegenfeld das Land als Eigentümer gegenüber der Fachhochschule vertreten. Er folgt in dieser Funktion auf Landesrätin Michaela Resetar.
FH Burgenland unverwechselbar machen
Er habe in den ersten Wochen vor allem das Engagement und die Initiativkraft der Mitarbeiter in der Fachhochschule Burgenland schätzen gelernt, betont Pehm. Viele könnten sehr viel, es gebe hohe fachliche Kompetenz und großes Potenzial, das an die Studierenden auch effektiv weitergegeben wird. „Das FH-Orchester spielt gut und klingt immer harmonischer. Mit unserem neuen Studienangebot, der Vernetzung mit unseren Wirtschaftspartnern und den zusätzlich geplanten Forschungsaktivitäten bringen wir unsere unverwechselbare Stimme auch im Konzert des österreichischen Hochschulraums immer besser zum Schwingen.“
Die Fakten sprechen für sich: 1994 startete das Burgenland mit der ersten Fachhochschule Österreichs mit 135 Studierenden in zwei Studiengängen in Eisenstadt und Pinkafeld. Heute studieren rund 1.600 Studierende vollzeit oder berufsbegleitend in insgesamt 20 Studiengängen an den modernen Studienzentren. Österreichweit gibt es 21 Fachhochschul-Erhalter und rund 3700 Studiengänge. Durch die besonderen Kompetenzen in den vier Bereichen Wirtschaft (mit Schwerpunkt Mittel-Osteuropa), Informationstechnologie und -management, Energie-Umweltmanagement und Gesundheit ist die FH Burgenland unverwechselbar in Österreich.
Über 100 Mitarbeiter, über 300 externe Lehrbeauftragte
Etwa 4.000 Studierende haben ihr Studium in Eisenstadt und Pinkafeld bereits abgeschlos-sen, erklärt Pehm. „Sie sind heute beruflich sehr erfolgreich, manche in echten Spitzen-Jobs.“ Mit der Anzahl an Studierenden sei aber auch die Fachhochschule Burgenland selbst gewachsen. „Wir beschäftigen mittlerweile 110 Mitarbeiter und rund 300 externe Lektoren. Sie sind das Verbindungsstück zwischen Wirtschaft und Lehre und stellen sicher, dass an den Studienzentren genau das gelehrt wird, was in der Praxis von den Unternehmen auch gebraucht wird“, so Pehm.
Damit biete die FH Burgenland ihren (zukünftigen) Absolventen die Sicherheit, mit ihrer Ausbildung gute Chancen am Arbeitsmarkt zu haben.“ Studierende der FH Burgenland profitieren von der Praxisorientierung und der Aktualität in der Lehre. Um ihnen auch die bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen, wird momentan intensiv an der Optimierung der Prozesse gearbeitet: Kernkompetenzbereiche, eLearning, For-schungsagenden, Central Office. „Wir bieten den Studierenden Stabilität und hohes Service – nicht zuletzt das ist ein Grund dafür, dass so viele Berufstätige jedes Wochenende in die FH kommen. Es sind mittlerweile zwei Drittel unserer Studierenden, die ihre kostbare ‚Freizeit’ beim Studium in Eisenstadt oder Pinkafeld verbringen.“ Warum? – „Weil sie wissen, dass es sich auszahlt“, sagt Pehm.
FH als (Hochschul-)Familie
Wichtig ist den beiden neuen Geschäftsführern, ein Klima der Offenheit zu leben – und das auch zu vermitteln. „Unsere Studierenden lernen, arbeiten und forschen ja nicht in einem
anonymen Komplex, sondern sind eingebettet in eine Hochschul-Familie. Service, Herzlich-keit und persönliche Bindung müssen die Atmosphäre prägen“, geben Pehm und Wiesler vor.
Der Motor brummt – es läuft gut an der FH Burgenland
Verstärkt öffnen soll sich die FH Burgenland auch in anderen Bereichen, meint Geschäftsführer Wiesler. „Wir machen weit die Türen auf und laden ein.“ Die Studienzentren sehe er als Begegnungsstätten, an denen die Zukunft des Landes diskutiert wird und stattfindet. „Im Sinne der intellektuellen Auseinandersetzung öffnen wir unsere Studienzentren für Veranstaltungen und werden offen(siv) auf Wirtschaft, Regionen und Politik zugehen. Wir planen verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen, auch über die Landesgrenzen hinaus“, sagt Wiesler.
Augenmerk werde aber nicht nur darauf gelegt, die Fühler nach außen auszustrecken. „Auch drinnen muss alles passen“, stellt Wiesler klar. „Studierende und Lektoren sollen sich wohl fühlen und optimale Rahmenbedingungen für Unterricht und Forschung vorfinden – dann rennt der Betrieb auch besser.“
Aktuell arbeitet das Team rund um die beiden Geschäftsführer an der Optimierung der internen Abläufe und Prozesse in den beiden Häusern. Auch Investitionen in die EDV und das WLAN werden bereits vorbereitet, neue Beamer an beiden Studienzentren sind instal-liert und ein standortübergreifendes Netzwerk wird in Angriff genommen. Aber auch in den Forschungsbereich wird kräftig investiert – aktuell in das Projekt Energeticum und einen neuen Prüfstand für Solarthermie am Dach des bestehenden Labors in Pinkafeld. „Es gibt viel zu tun“, sagt Wiesler und weiß gleichzeitig auch, dass er sich auf sein Team verlassen kann: „Der innere Motor der FH brummt schon ganz gut.“
Wiesler zeichnet in der Geschäftsführung für die Bereiche Infrastrukturmanagement und Beschaffung, Interne Organisation und Information Services sowie Controlling und Revision verantwortlich. Zum Geschäftsbereich von Pehm zählen die Bereiche Finanzen, Personal und Recht, Information und Kommunikation sowie Qualitätsmanagement und Internationales.

