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V. l.: Mag. Richard Kühnel (Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien), Dr. Christian Operschall (Sozialministerium), Sektionschef Dr. Harald Dossi (Bundeskanzleramt), Landeshauptmann Hans Niessl, Mag. Markus Seidl (ÖROK-Geschäftsführung), Mag. Georg Schadt (Bundeskanzleramt) und RMB-Geschäftsführer Mag. Georg Schachinger ©

Die Weichen für einen weiteren wirtschaftlichen Aufstieg sind gestellt

23.02.2012 20:48
Startschuss zur Burgenländischen Entwicklungsstrategie „Burgenland 2020“

In Eisenstadt fiel heute Donnerstag der Startschuss zur Burgenländischen Entwicklungsstrategie „Burgenland 2020“. Ziel ist es, aufbauend auf dem vor kurzem vorgestellten neuen Landesentwicklungsplan (LEP 2010) eine langfristige Entwicklungsstrategie zu erarbeiten. Diese soll auch als Orientierungshilfe zur Erstellung der EU-Förderperiode 2014-2020 dienen. „Das Burgenland hat sich sehr gut entwickelt, auch dank der massiven Unterstützung durch EU-Förderungen und der Kofinanzierung von Bund und Land. Das Burgenland war auch jenes Bundesland, das seine Strukturen am meisten verändern musste. Aus diesem Grund bereiten wir uns auch intensiv auf die nächste Förderperiode vor. Wir wollen die Wirtschaft unter Rücksichtnahme auf die Natur nachhaltig stärken um neue qualifizierte Arbeitsplätze im Burgenland zu schaffen und bestehende abzusichern“, so Landeshauptmann Hans Niessl bei der Auftaktveranstaltung im Landhaus in Eisenstadt. Noch vor der Sommerpause soll die Burgenländische Entwicklungsstrategie auf dem Tisch liegen.

Die Entwicklungsstrategie ist Teil des Landesentwicklungsplans 2010 (LEP 2010) und soll das Burgenland bis ins Jahr 2020 begleiten - daher auch der Name „Burgenland 2020“. Eines der wichtigsten Ziele gibt bereits der LEP vor: Die Wirtschaft soll nachhaltig gestärkt werden. Das gelte für die Klein- und Mittelbetriebe und für die Industrie, so Niessl: „Jetzt wird entschieden, in welche Richtung es geht, das ist der Startschuss in eine wichtige Phase. Wir wissen, dass es in Zukunft weniger Geld geben wird. Bisher haben wir 100% der Förderungen aus Brüssel abholen können und wir haben die Mittel effizient eingesetzt. 1994 hatte das Burgenland ein Bruttoinlandsprodukt von 64% des EU-Durchschnitts, heute sind es 82%. Die Förderungen seit 1994 haben fast vier Milliarden Euro an Investitionen im Burgenland ausgelöst und massive Strukturveränderungen und einen dynamischen Aufholprozess bewirkt.“ Auch beim Export sind die Erfolge deutlich ausgefallen: „Die Exportquote hat sich verdoppelt. Wir können auf einem guten Know-how aufbauen, um viele Betriebe dazu zu animieren Förderungen auszulösen. Das Burgenland ist ein Land der kleinen Einheiten, darin liegt auch unsere Stärke“, so Landeshauptmannstellvertreter Mag. Franz Steindl.

Bei der Startveranstaltung zu „Burgenland 2020“ waren auch der Bund und die Europäische Kommission vertreten, mit Mag. Richard Kühnel (Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Wien), Dr. Christian Operschall (Sozialministerium), Sektionschef Dr. Harald Dossi (Bundeskanzleramt), Mag. Georg Schadt (Bundeskanzleramt) und Mag. Markus Seidl (Österreichische Raumordnungskonferenz, ÖROK-Geschäftsführung).

EU-Förderperiode 2014+
Man müsse aufpassen, sagt Niessl mit Blick auf die EU-Förderperiode 2014+, dass die Unterschiede zwischen der Förderquote des Burgenlandes und den Förderquoten Ungarns, der Slowakei und Sloweniens nicht zu groß ausfallen. „Unterschiede zu unseren Nachbarländern wird es geben, aber es kommt auf die Relation an“, so Niessl. Deshalb sei es wichtig, dass die von der EU-Kommission vorgeschlagene Förderung für Übergangsregionen tatsächlich in die Realität umgesetzt werde. Die EU-Kommission hat ihre Pläne für die Neugestaltung der Regionalpolitik ab 2014 bereits im Oktober 2011 auf den Tisch gelegt. Darin ist auch die Schaffung der neuen Förderkategorie für Übergangsregionen vorgesehen. Derzeit werden die Vorschläge im Europäischen Parlament behandelt. „Eine Entscheidung ist nicht vor dem Jahresende 2012 zu erwartet. Jetzt gilt es weiter Argumente dafür zu liefern und konsequent zu bleiben“, so Dossi. Die EU-Kommission steht zu ihrem Vorhaben. Kühnel: „Das ist eine Frage der Formen der Wirtschaft und der Wirtschaftsleistung der Regionen. Es ist unser Bestreben diese auszugleichen. Wichtig ist, dass sich alle Regionen die in diese Kategorie fallen, vernetzen.“

Arbeitsgruppen „Burgenland 2020“ stehen auf breiter Basis
Neben Stellen des Landes Burgenland, an der Spitze das Regionalmanagement Burgenland (RMB), sind auch die Sozialpartner, die Wirtschaft, die Zivilgesellschaft, die Wissenschaft und externe Experten eingeladen, bei der Entwicklungsstrategie „Burgenland 2020“ mitzuarbeiten. Damit wird sichergestellt, dass die Entwicklungsstrategie 2020 mit dem größtmöglichen Know-how-Einsatz erarbeitet wird. Damit diese Arbeit auch effizient ablaufen kann, werden für die wichtigsten Themen -Wirtschaft, Umwelt & Energie, Bildung & Forschung und Regionalentwicklung - eigene Arbeitsgruppen gebildet. „Natürlich werden wird die vorhandenen Vorgaben auf EU-Ebene, ‚Europa 2020‘, die Strategie der Europäischen Union für Wachstum, sowie auf nationaler Ebene den Nationalen Strategische Rahmenplan ‚STRAT.AT‘ berücksichtigen“, so Niessl.

Der weitere Fahrplan: „Burgenland 2020“ soll in den nächsten Monaten auf breiter Basis diskutiert und erarbeitet werden. Sobald der Rohentwurf vorliegt wird sich die Landesregierung intensiv damit befassen. Der Strategieplan soll noch vor dem heurigen Sommer finalisiert werden.

Für den Inhalt verantwortlich
Wolfgang Sziderics
Landesmedienservice
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