Sicherheit als wichtigste Zutat
Entsprechend dem Motto „Sicherheit ist die wichtigste Zutat unserer Lebensmittel“ hat die Lebensmittelinspektion des Landes 2009 im gesamten Burgenland 1.619 Betriebsrevisionen durchgeführt. 1.367 der 6.610 Betriebe - ohne Milcherzeugerbetriebe - wurden kontrolliert. Rund 41% der kontrollierten Betriebe wiesen Verstöße nach einschlägigen lebensmittelrechtlichen Normen auf. Der häufigste spezifizierte Verstoß betraf die allgemeine Hygienesituation in den Betrieben. Schlecht gereinigte Räumlichkeiten, mangelhafte Ausstattung, teilweise fehlende Personalhygieneeinrichtungen und mangelhafte Umsetzung der HACCP Grundsätze waren die häufigsten Gründe. Die meisten dieser Beanstandungen waren geringfügig und konnten noch oft während der Kontrolle behoben werden.
Gesundheitslandesrat Dr. Peter Rezar: „Was wir essen und was wir trinken ist für den Erhalt der Gesundheit von besonderer Bedeutung. Der Aufforderung, sich gesund zu ernähren, kann für die Konsumenten äußerst schwierig sein, wenn die Ausgangsbasis für eine gesunde, ausgewogene Ernährung - die Lebensmittel selbst – ungesund sind. ‚Hauptsache billig’ steht bei der Herstellung und dem Vertrieb von Lebensmittel leider vielfach im Vordergrund. Gesund oder ungesund ist neben dem Profit vielfach zweitrangig.“
Im Jahr 2009 gab es insgesamt 8 Anzeigen auf Grund von Wahrnehmungen von Lebensmittelaufsichtsorganen im Zuge einer Kontrolle. 46 kostenpflichtige Kontrollen wurden durchgeführt. Im Jahr 2009 musste kein einziger Betrieb gesperrt werden. Ein wesentlicher Schwerpunkt im Jahr 2009 war u.a. die Kontrolle von Spielzeug. Dazu DI Maria Gmeiner, Koordinatorin der Lebensmittelinspektoren: „Gerade bei Spielzeug, das meist in Billiglohnländern produziert wird, kommt es permanent zu Beanstandungen. Häufig sind es leicht lösbare Kleinteile, die zu Erstickungen führen können, oder Lärmpegel bis zu 130 dB bei Geschossspielzeugen und Spielzeughandys. Die Flut an Warnmeldungen über das EU-weite RAPEX-Schnellwarnsystem zeigt, das hier höchster Handlungsbedarf besteht. 2009 waren es rund 500 Meldungen. Daher wird auch 2010 erhöhtes Augenmerk auf Spielzeug gelegt.“
Mit Beginn des Jahres 2008 wurde vom zuständigen Bundesministerium eine umfassende Überprüfung der Mineralwasserabfüller begonnen. Gestartet wurde diese Österreichweite Aktion damals bei einem burgenländischen Unternehmen mit eingehenden Kontrollen und rund 70 Proben. Es gab weder bei der Hygienekontrolle noch bei den Proben Beanstandungen. 2009 wurde ein weiterer burgenländischer Betrieb einer solchen umfassenden Kontrolle und Beprobung mit 52 Proben unterzogen. Auch hier waren keine Mängel ersichtlich. Die Aktion wird 2010 fortgesetzt.
Insgesamt waren im Vorjahr 47 Schwerpunktaktionen und 837 europaweite Produktfahndungen zu bearbeiten. Es wurden 865 Proben gezogen, davon 88 Verdachts- und 777 Planproben. Von diesen Proben wurden 132, das sind rund 15,3%, beanstandet. Aus dem Bereich biologische Lebensmittel wurden insgesamt 69 Proben gezogen. Die häufigsten Beanstandungen betrafen Kennzeichnungsmängel. Leider gab es auch insgesamt 8 gesundheitsschädliche Proben - 7 Spielwaren und 1 Gebrauchsgegenstand. Im Jahr 2009 gab es insgesamt ca. 124 Verwaltungsstrafanzeigen und 8 Gerichtsanzeigen.
Für 2010 sind Schwerpunktaktionen u.a. in den Bereichen Gemüse, Obst und Getreide auf Pestizide, Billigspielzeug von Jahrmärkten und Messen, Kosmetika auf Messen und Jahrmärkten, Sonnenschutzmittel, Frühstückscerealien und Fertiggerichte, Folgenahrung auf Kontaminanten und Rückstände geplant bzw. schon im laufen. Auf Grund des aktuell heißen Wetters werden zum gegebenen Zeitpunkt Speiseeisproben auf Verkeimungen gezogen. Im Vorjahr waren von 36 Proben insgesamt 8 Proben auf Grund von Verkeimungen zu beanstanden. Bis dato war 2010 bei bereits 21 Proben nur eine Beanstandung zu verzeichnen.
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Hermann Fercsak
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