„Kultursatellit“ über dem Burgenland in Position
Eine von Burgenland Tourismus anlässlich des Haydn-Jahres 2009 in Auftrag gegebene Studie stellte erstmals umfassend die Wertschöpfungseffekte des Kulturbereichs im Burgenland dar. Österreich- und europaweit wurde erstmalig die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Kultur mittels eines „Satellitenkontos Kultur“ quantifiziert.
„Wir sind uns der großen Bedeutung der Kultur für das Burgenland sehr wohl bewusst, aber eine fundierte Analyse, welche touristischen und allgemeinen Wertschöpfungseffekte sich aus dem Kultursektor ergeben, und was das gesamte Kulturnetzwerk zur Schaffung oder Sicherung von Arbeitsplätzen beiträgt, gab es bis jetzt nicht. Das Haydn-Jahr 2009 war ein wichtiger Bestandteil dieser Studie, es geht uns aber grundsätzlich mit dem ‚Kultursatelliten’ auch darum, nachzuvollziehen, wie sich Investitionen und Förderungen in diesem Bereich auswirken“ erklärte Kulturlandesrat Helmut Bieler bei der Vorstellung des Projekts. Das „Kultursatellitenkonto“ sei in seinem umfassenden Ansatz absolut innovativ, „damit sind wir Vorreiter“, so Bieler.
Mit der Studie wurde das renommierte international tätige Economic & Social Research Center mit Sitz in Eisenstadt und Wien beauftragt. ESCE erstellte dafür ein „Satellitenkonto“, das die unmittelbar durch kulturelle Aktivitäten bei den verschiedenen Wirtschaftszweigen ausgelösten wirtschaftlichen Effekte, wie Bruttowertschöpfung, Bruttoproduktionswert und Beschäftigung, ausweist. Neu am „Kultursatelliten“: Über den unmittelbaren Kulturbereich hinaus wurden dazu bisher vernachlässigte Branchen – wie z.B. Herstellung von Musikinstrumenten, Verlagswesen, Werbung oder Ausbildung - berücksichtigt.
Die Verfasser der Studie, Dr. Christian Helmenstein, Dr. Anna Kleissner und Mag. Günther Grohall erläuterten den methodischen Ansatz und die Arbeitsweise des „Kultursatelliten“ und präsentierten einige überraschende Fakten: Aus dem gesamten Kulturnetzwerk werden im Burgenland jährlich 333 Millionen Euro an Wertschöpfung erzielt, einschließlich der multiplikativen Effekte ergeben sich sogar über 417 Millionen Euro. Mit einem direkten Wertschöpfungseffekt in Höhe von 62,27 Millionen Euro und einem totalen Effekt von 79,51 Millionen Euro profitieren die unternehmensbezogenen Dienstleistungen und das Beherbergungs- und Gaststättenwesen mit einem Gesamteffekt von 62,32 Millionen Euro mit am stärksten von den kulturellen Aktivitäten im Burgenland. Jeder 9. Arbeitsplatz im Burgenland hängt damit direkt oder indirekt von der Kulturwirtschaft ab. In Arbeitsplätzen sind das immerhin 7.500, mit indirekten Beschäftigungseffekten rund 9.750 Arbeitsplätze.
Der rein auf das Haydn-Jahr zurückzuführende Effekt im Burgenland beträgt 78,2 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung, was einem Wertschöpfungsplus im Kulturbereich von 18,8% entspricht. „Die Ergebnisse aus dem Kultursatellitenkonto sind höchst erfreulich und haben unsere Erwartungen noch übertroffen. Vor allem das Haydn-Jahr hat die Investitionen mehr als gerechtfertigt. Wir haben mit dem Kultursatelliten ein Instrument, das uns für die Zukunft als Kontroll- und Steuerungsinstrument, etwa im Förderbereich, wertvolle Dienste leisten soll und auch wird. Hier sehe ich auch noch effizientere Möglichkeiten der Vernetzung mit dem Tourismus. Dieses Berechnungsmodell soll natürlich auch beim Liszt-Jahr Anwendung finden“, bilanzierte Kulturlandesrat Helmut Bieler.
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