Mobilitätspreis für „Bus mit Füßen“
Landeshauptmann Hans Niessl übergibt Preis an Volksschule St. Georgen für Projekt „Pedibus".
Bereits seit Jahren verleihen der Verkehrsclub Österreich und Landeshauptmann Hans Niessl den VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland an besonders innovative Verkehrsprojekte. Die Auszeichnung geht heuer unter dem Motto „multi – modal – mobil“ an die Volksschule St. Georgen für das Projekt „Pedibus – Autobus auf Füßen“. Unterstützt wird der VCÖ-Mobilitätspreis von der ÖBB-Postbus GmbH.
„Es ist ein Bus, der keine Räder hat, sondern Füße. Kinder kommen gemeinsam mit Erwachsenen zu Fuß sicher zur Schule“, erklärt die Direktorin der Volksschule St. Georgen, Gudrun Fritz, das Siegerprojekt. Der „Pedibus“ besteht aus einem Elternteil, der Schülerinnen und Schüler zu Fuß zur Schule begleitet. Dabei gibt es wie bei echten öffentlichen Verkehrssystemen verschiedene „Buslinien“ und Haltestellen. Dadurch sollen die Kinder – angesprochen werden die Schülerinnen und Schüler vom Taferlklassler bis zur 2. Klasse – in ihrer Unabhängigkeit und ihrem Umweltbewusstsein unterstützt werden. „Sie lernen den Schulweg gemeinsam zu bewältigen, damit sie später diesen Schulweg selbstständig bewältigen können“, so die stolze Direktorin.
Landeshauptmann Hans Niessl über das Projekt: „Ich halte das Projekt ‚Pedibus’ für einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit der Schülerinnen und Schüler, die Kinder werden auf ihre Unabhängigkeit vorbereitet, die Bewegung wird gefördert, es wird auch schon in jüngsten Jahren das Bewusstsein für umweltfreundliche Mobilität geschaffen. Wenn Kinder schon im frühen Alter schon zu Fuß gehen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch als Erwachsene mehr zu Fuß gehen. Also wirklich ein mustergültiges Projekt, zu dem ich sehr herzlich gratulieren möchte.“
Zu Projektanfang haben 24 Kinder der Volksschule den Pedibus genützt. Durch den Wegfall der „Elterntaxis“ habe man damit im Idealfall 24 Autofahrten eingespart. Ein direkter Beitrag zum Umweltschutz und zur Senkung der Verkehrsbelastung. „Der Pedibus bringt den Kindern eine umweltfreundliche Art der Mobilität näher, gleichzeitig wird der Pkw-Verkehr rund um die Schule reduziert“, lobt auch VCÖ-Geschäftsführer Dr. Willi Novak. Direktorin Fritz hofft nun, dass dieses Projekt im Burgenland Schule macht. Das Nachahmen soll durch einen Folder der Mobilitätszentrale Burgenland – die Mobilitätszentrale war an der Umsetzung des Projekts maßgeblich beteiligt – erleichtert werden.
Verkehr wird vielfältiger
Laut VCÖ wird die Mobilität im Burgenland immer vielfältiger. Die Burgenländerinnen und Burgenländer nutzen zunehmend unterschiedliche Verkehrsmittel. Für Landeshauptmann Hans Niessl eine Frage des steigenden Angebots: „Das Land Burgenland ist ständig bemüht, den Öffentlichen Verkehr weiter auszubauen, was sich auch in zusätzlichen budgetären Mitteln widerspiegelt. Im Interesse der burgenländischen Pendlerinnen und Pendler, aber auch im Interesse des Klimaschutzes und der Lebensqualität im Burgenland werden wir umweltfreundliche Formen der Mobilität in unserem Land weiter forcieren.“
Dazu soll etwa in Parndorf eine neue Park & Ride – Anlage mit 350 neuen Stellplätzen geschaffen werden. Der Baubeginn ist noch für heuer geplant. Die Bahnschleife Parndorf zur Schaffung einer Direktverbindung von Neusiedl am See nach Bratislava wurde von der Landesregierung bereits beschlossen. Die Elektrifizierung der Bahnverbindung Wulkaprodersdorf – Eisenstadt – Neusiedl am See soll noch im Herbst abgeschlossen werden. Das Land Burgenland zahlt hierbei 20 Prozent der Gesamtkosten, sechs Millionen Euro. Auch im Süd- und Mittelburgenland werden die Verkehrskonzepte laufend verbessert. Derzeit nehmen das Land Burgenland und der Bund im Bereich der südburgenländischen Regionalbahnen 1,6 Millionen Euro zur technischen Sicherung der Eisenbahnkreuzungen in die Hand.
Außerdem zahlt das Land jährlich 4 Millionen Euro an die Verkehrsverbünde. 90 Prozent davon werden zur Stützung der Verkehrstarife verwendet. Dadurch zahlen Pendler im Durchschnitt nur etwa 50 Prozent des normalen Tarifs. „Ich bekenne mich dazu, dass die Vielfalt der Mobilität gegeben ist, dass diese Vielfalt auch in ihrer Qualität weiterhin gestärkt und gefördert wird. Dazu brauchen wir die richtigen – vor allem finanziellen – Rahmenbedingungen. Dazu brauchen wir innovative Ideen und zukunftsorientierte Projekte. Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis soll dieses innovative Potenzial gestärkt und gehoben werden“, so Landeshauptmann Hans Niessl abschließend.
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Reinhard Huber
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